4. Mai 2012 - 18.00 Uhr 
- Hamburg

Ingrid Floss, Christian Muscheid

“fly color fly”
 

Die Münchner Künstler Ingrid Floss und Christian Muscheid zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung neue Arbeiten. Beide haben an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert (Ingrid Floss von 1997 bis 2004; Christian Muscheid von 2004 bis 2010) und waren Meisterschüler von Jerry Zeniuk.

flossmuscheid atelier2

 

Atelieransicht

 

Verfolgt man das Schaffen von Ingrid Floss über die Jahre seit 2004 so lassen sich ihre Arbeiten – trotz der eindeutigen Handschrift - unschwer einer bestimmten Schaffensphase zuordnen. Floss sieht ihre Arbeiten als Parallele zu ihrem eigenen Leben. Sie versucht die Wünsche und Sehnsüchte, die Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten, alles was in ihrem Inneren brennt und arbeitet, zum Ausdruck zu bringen und hat dafür ihre eigene Sprache entwickelt. Jedes Bild hat durch den ihm eigenen Farbklang, die räumliche Tiefe, den Pinselduktus, seinen ganz eigenen Platz im Werk der Künstlerin. Man kann die Dinge nicht ablesen, wie bei einer Illustration oder einer gegenständlichen Malerei. Aber es steckt trotzdem alles, was sie erlebt hat, womit sie sich auseinandersetzt, was sie hört und aufnimmt, in den Bildern - widergespiegelt in den Farben, in ihrer Dunkelheit und Helligkeit, in ihrer Intensität, in den Spannungen und harmonischen Zusammenklängen.

Christian Muscheids Malerei überrascht in ihrer Bestimmtheit, Klarheit und Heiterkeit. Farbfelder werden zu schwerelosen Raumkörpern, zu einer Vielheit der Dinge, die rivalisch kommunizieren, die das Individuum Farbe nach allen Winden auseinanderstreuen – das Hingeworfene – und argonale Farbräume öffnen. So und nicht anders; Muscheid gibt den Farben einen klaren, reinen, hellen Klang; seine Großformate verführen in Klangwelten und lassen an Jazz, Igor oder an Luigi Nono denken. Spirituelle Erfahrungen des Künstlers in Zeichen gesetzt? Oder auf dem Weg zu einer erheiternden Heiterkeit (Nietzsche) oder freundlicher Anleitung leggerezzadellessere – Leichtigkeit des Seins (Milan Kundera). Farbe wird etwas lebendiges.

Die Ausstellung läuft bis zum 14. Juni 2012.